Definition
Ein kurzfristiges makroökonomisches Rahmenmodell, das das gleichzeitige Gleichgewichts-Niveau von Realoutput (Y) und Zinssatz (r) bestimmt, indem zwei reduzierte Formen kreuzender Kurven verwendet werden: die IS-Kurve (Gütermarktgleichgewicht: geplante Investitionen = Ersparnis) und die LM-Kurve (Geldmarktgleichgewicht: Liquiditätspräferenz = Geldangebot), üblicherweise unter Annahmen eines fixen Preisniveaus, einer geschlossenen Volkswirtschaft, exogener Fiskalpolitik und eines exogenen nominalen Geldangebots.
Prinzip
Prinzip
Das Gleichgewicht (r, Y) liegt im Schnittpunkt von IS und LM; komparative Statik folgt aus Verschiebungen der Kurven — fiskalische Ausweitung verschiebt IS nach rechts (erhöht tendenziell r und Y), monetäre Ausweitung verschiebt LM nach rechts (senkt tendenziell r und erhöht Y) bei fixen Preisen.
Demonstration
Demonstration
Illustratives Szenario → Situation: Eine geschlossene Volkswirtschaft mit starren Preisen erfährt eine Erhöhung der nominalen Geldmenge durch die Zentralbank. Erkennung → LM verschiebt sich nach rechts, da reale Geldbestände beim fixen Preisniveau zunehmen. Handlung → Die Zinssätze fallen, Investitionen steigen und das Produktionsniveau bewegt sich entlang der IS-Kurve nach oben. Konsequenz → Kurzfristig steigt Y und r fällt, bis ein neuer IS–LM-Schnittpunkt erreicht ist.
Fehlanwendung
Fehlanwendung
IS-LM als allgemeines langfristiges Wachstumsmodell anzuwenden oder seine komparativen Statischen heranzuziehen, wenn Preise flexibel sind, Kapital international frei mobil ist oder Geld endogen bestimmt wird; der Fehler ist, ein kurzfristiges, preisfixiertes Partialmodell als Beschreibung langfristiger Preisbildung oder internationaler Kapitalflüsse zu verwenden.
Konsequenz
Konsequenz
Korrekt angewendet liefert das Modell transparente komparative Vorhersagen darüber, wie Fiskal- und Geldpolitik kurzfristig Zinssätze und Output beeinflussen, und macht Mechanismen wie Crowding-out deutlich; bei falscher Anwendung liefert es irreführende Prognosen, wenn zentrale Annahmen verletzt sind.
Umkehrung
Umkehrung
Befindet sich die Volkswirtschaft in einer Liquiditätsfalle (LM nahezu horizontal), ist die Wirkung geldpolitischer Expansion auf die Produktion begrenzt; sind Preise flexibel oder die Wirtschaft offen mit freier Kapitalmobilität, ändern sich die IS-LM‑Prognosen grundlegend und erfordern Erweiterungen.
Abgrenzung
Abgrenzung
Innerhalb: kurzfristige Analyse einer geschlossenen Volkswirtschaft mit starren Preisen und exogenem nominalen Geldangebot. Randfall: partielle Kapitalmobilität oder langsame Preisreaktionen, wo IS‑LM‑Intuitionen bestehen bleiben, aber quantitative Ergebnisse abweichen. Außen: langfristiges Wachstum, endogene Geldmengen oder offene Volkswirtschaften ohne Anpassungen.
Semantische Spannung
Semantische Spannung
Reduzierte komparative Statik ↔ mikrofundierte, offene‑Wirtschafts‑ oder allgemeine Gleichgewichtsanalysen, die Preisbildung, Erwartungen oder internationale Kapitalflüsse betonen.
Synthese
Synthese
IS‑LM ist ein kurzfristiges Instrument, das zeigt, wie aktuelle fiskalische und monetäre Schocks unter fixen Preisen in r und Y übersetzt werden; zur Behandlung von Preisflexibilität, Erwartungen und internationalen Effekten bedarf es einer Einbettung in umfassendere Modelle.