Definition
Ein Lernprozess, bei dem konkrete, aktive Erfahrungen als Ausgangspunkt für Beobachtung, Reflexion, Konzeptbildung und Anwendung dienen, sodass Wissen durch Zyklen von Handeln und reflektierender Abstraktion konstruiert wird.

Prinzip

Prinzip
Erfahrung allein erzeugt kein Verstehen; Lernen erfordert geführte Reflexion und konzeptionelle Abstraktion, die Ereignisse in generalisierbares Wissen verwandeln und künftige Experimente informieren.

Demonstration

Demonstration
Situation: Eine Praktikantin absolviert ein betreutes Gemeinschaftspraktikum. → Erkennen: Praxisleitende und Praktikantin identifizieren Erfolgsmomente und Bruchstellen während der Tätigkeit. → Handlung: Sie führen strukturierte Reflexionen durch, verknüpfen Ereignisse mit theoretischen Prinzipien und planen angepasste Handlungen. → Folge: Die Praktikantin verfeinert Handlungsstrategien und überträgt die Lehren auf neue, ähnliche Feldsituationen.

Fehlanwendung

Fehlanwendung
Darauf zu vertrauen, dass jede praktische Tätigkeit Lernen bewirkt, ohne geplante Reflexion, Debriefing oder Anbindung an konzeptionelle Rahmen. Der Fehler besteht darin, Erfahrung mit Lernen gleichzusetzen statt Erfahrung als Rohstoff zu sehen, der verarbeitet werden muss.

Konsequenz

Konsequenz
Richtig umgesetzt fördert es Behalten, kontextualisierten Transfer und Problemlösefähigkeit bei komplexen Aufgaben; es verlangt jedoch Zeit, Moderation und Wiederholungsmöglichkeiten und ist ressourcenintensiver.

Umkehrung

Umkehrung
Scheitert, wenn Reflexion fehlt, Feedback nicht vorhanden oder irreführend ist, oder wenn Erfahrungen gefährlich oder ethisch problematisch zu wiederholen sind; begrenzt auch, wenn Erfahrungen zu eng vorgegeben sind und keine bedeutende Variation erlauben.

Abgrenzung

Abgrenzung
Klar enthalten: Lehrlingsausbildungen, die wiederholte Praxis mit strukturierter Reflexion verbinden. — Randfall: ein einzelner Exkursionstag ohne geführtes Debriefing (erfahrungsbezogene Elemente vorhanden, aber unzureichend für dauerhaftes Lernen). — Klar ausgeschlossen: passiver Vortrag ohne Handlung oder Reflexion der Teilnehmenden.

Semantische Spannung

Semantische Spannung
Erfahrungsbasiertes Lernen ↔ Standardisierte Prüfungsregime (Tiefe und kontextueller Transfer des Lernens versus Anforderungen an Vergleichbarkeit und Zuverlässigkeit standardisierter Messungen).

Synthese

Synthese
Wesentlich ist, dass Erfahrung erst durch reflektierende Verarbeitung und konzeptionelle Integration zu Lernen wird; Lerngelegenheiten sollten Reflexion und Reanwendung vorsehen, damit Aktivität in dauerhaftes Wissen übergeht.