Definition
Eine quasiexperimentelle Schätztechnik, die einen Behandlungseffekt identifiziert, indem sie Veränderungen von Ergebnissen über die Zeit zwischen einer behandelten und einer Kontrollgruppe vergleicht und die differentielle Änderung dem Treatment zuschreibt, unter der Annahme paralleler Trends und weiteren Identifikationsbedingungen.
Prinzip
Prinzip
Die Methode identifiziert kausale Effekte nur, wenn die durchschnittlichen Ausgangsverläufe der behandelten und Kontrollgruppe ohne Behandlung dieselbe Trendlinie verfolgt hätten (parallele Trends). Verstöße gegen diese Annahme oder Kontamination der Kontrollen (Spillovers, Antizipation) verzerren den Schätzer.
Demonstration
Demonstration
Illustratives Szenario → Eine Politik wird in Region A, nicht in Region B eingeführt. Erkenntnis → Sammeln von Vorher‑ und Nachher‑Messungen für beide Regionen. Handlung → Effekt schätzen als (A_post − A_pre) − (B_post − B_pre), Prätrends grafisch zeigen, Placebo‑Tests und Robustheit gegenüber alternativen Kontrollgruppen berichten. Folge → Wenn parallele Trends und keine Interferenz gelten, liefert die Schätzung den durchschnittlichen Behandlungseffekt für die Behandelten; andernfalls kann sie verzerrt sein.
Fehlanwendung
Fehlanwendung
Parallele Trends ohne empirische Prüfung voraussetzen, Kontrollen verwenden, die Spillovers ausgesetzt sind, oder einen einfachen Zwei‑Perioden‑DiD als kausal interpretieren, wenn sich Behandlungszeitpunkt oder Gruppenzusammensetzung zwischen Einheiten unterscheidet.
Konsequenz
Konsequenz
Unter den Annahmen liefert DiD eine transparente, praktisch anwendbare Kausalschätzung mit klarer kontrafaktischer Logik; bei Verletzung der Annahmen resultiert eine verzerrte Effektzuweisung und irreführende Politikfolgen.
Umkehrung
Umkehrung
Bei gestaffelter Behandlung über Einheiten oder heterogenen Effekten kann der klassische Zwei‑Perioden‑DiD‑Schätzer irreführend gewichtete Durchschnitte liefern — neuere methodische Erweiterungen oder alternative Schätzer sind erforderlich, um interpretierbare Effekte zu erhalten.
Abgrenzung
Abgrenzung
Geeignet für Panel‑ oder wiederholte Querschnittsdaten mit Vor‑ und Nach‑Beobachtungen und einer plausiblen Kontrollgruppe. Nicht anwendbar auf Einzel‑Querschnittsvergleiche ohne zeitliche Variation oder auf randomisierte kontrollierte Versuche (andere Identifikationsstrategien).
Semantische Spannung
Semantische Spannung
Kausale Identifikation (Glaubwürdigkeit des kontrafaktischen Szenarios über die Kontrollgruppe) versus Vergleichbarkeit (wie ähnlich sind behandelte und Kontrollgruppe in unbeobachteten Verläufen).
Synthese
Synthese
DiD ist ein intuitives kontrafaktisches Instrument, das zeitliche Differenzen in kausale Schätzungen überführt; seine Glaubwürdigkeit beruht jedoch auf prüfbaren Prätrends und sorgfältiger Auswahl von Kontrollen und Robustheitsprüfungen.