 ##  [Nachfragegesetz](/de/node/67974) 

 Definition

Im Rahmen üblicher Konsumentenpräferenzen und unter der Annahme, dass alle anderen Determinanten konstant bleiben (ceteris paribus), sinkt die nachgefragte Menge eines Gutes, wenn dessen eigener Preis steigt; formal ist die individuelle Nachfragekurve in Bezug auf den Eigenpreis nicht steigend, außer in benannten Ausnahmen.

 

 

 

 

 

 





## Prinzip

Prinzip

Es besteht eine negative Beziehung zwischen dem eigenen Preis eines Gutes und der nachgefragten Menge (negativer Eigenpreiseffekt) unter üblichen Präferenzannahmen; diese Beziehung begründet fallende Nachfragekurven und marginales Substitutionsverhalten.

 

 

 

 

 





## Demonstration

Demonstration

Illustratives Beispiel — Situation: Der Nachfrageplan eines Konsumenten listet die nachgefragten Mengen bei unterschiedlichen Preisen unter konstantem Einkommen und konstanten Präferenzen. Erkenntnis: Steigt der Preis von P1 auf P2, reduziert der Konsument die Menge von Q1 auf Q2. Handlung: Der Grenznutzen zusätzlicher Einheiten fällt relativ zum Preis, daher kauft der Konsument weniger. Folge: Bewegungen entlang der Nachfragekurve sind auf Preisänderungen zurückzuführen.

 

 

 

 

## Fehlanwendung

Fehlanwendung

Eine Bewegung entlang der Nachfragekurve (Änderung der nachgefragten Menge durch Preisänderung) mit einer Verschiebung der Nachfragekurve (Änderung der Nachfrage durch Einkommen, Präferenzen, Preise anderer Güter) gleichzusetzen: das vermischt Preiseffekte mit nicht‑preislichen Determinanten.

 

 

 

 

 





## Konsequenz

Konsequenz

Das Nachfragegesetz sagt voraus, dass höhere Preise ceteris paribus die nachgefragte Menge reduzieren, was zentral ist für preisbasiertes Allokationsverhalten, Konsumentenrentenanalyse und Vergleichsstatik in Marktgleichgewichten; die tatsächlichen Effekte hängen davon ab, ob ceteris paribus gilt.

 

 

 

 

## Umkehrung

Umkehrung

Ausnahmen treten in anerkannten Fällen auf: Giffen‑Güter (starker negativer Einkommenseffekt dominiert Substitution), Veblen‑Güter (Statuswirkung führt zu steigender Nachfrage bei höheren Preisen), Fälle, in denen der Preis Qualität signalisiert oder Netzwerkeffekte wirksam sind, oder wenn die ceteris‑paribus‑Annahmen verletzt sind.

 

 

 

 

 





## Abgrenzung

Abgrenzung

Eindeutig innerhalb: gewöhnliche private Güter, bei denen Substitutionseffekte dominieren und Einkommen sowie andere Determinanten konstant gehalten werden. Randfall: inferiore Güter, bei denen der Einkommenseffekt die Substitution teilweise aufhebt. Eindeutig außerhalb: Güter oder Kontexte, die von demonstrativem Konsum, Netzwerkeffekten oder nicht‑standard Präferenzen bestimmt werden.

 

 

 

 

 





## Semantische Spannung

Semantische Spannung

Preismechanismus ↔ Einkommens‑/Statuseffekte: Die Standard‑Preis‑Mengen‑Beziehung kann mit Einkommenseffekten (bei inferioren Gütern) oder sozialen/statusbezogenen Motiven (bei Veblen‑Gütern) in Konflikt geraten; empirische Analyse entscheidet, welche Wirkung überwiegt.

 

 

 

 

 





## Synthese

Synthese

Das Nachfragegesetz beschreibt das typische marginale Substitutionsverhalten unter Standardpräferenzen: Preissteigerungen führen zu geringerer Nachfrage, wenn sonstige Determinanten konstant bleiben; in der Praxis können Einkommens‑, Status‑ oder Erwartungseffekte diese Beziehung jedoch umkehren.